Frühlingserwachen

Ersehnter Hauch von Frühlingsbanden

Schweifend durch das Königsblau

In grad ergrünten weiten Landen

Ist lieblich noch der erste Tau

Im tiefen Blau des Frühlings Augen

Unergründlich, kalt und klar

Sich scheu die ersten Blüten zeigen

Des Winters Träume sind noch nah

Noch fern der Sonne warme Fäden

Im ersten Morgenlicht erstarrt

Des Frühlings Lächeln mild gegeben

das eisig einen Schatz bewahrt

Wie Diamant aus Eis und Stein

So funkelnd hell und Lichterfüllt

So ist des Frühlings erstes Sein

In mystisch weiß´ Gewand gehüllt

Eine Nacht im Mai

Frühlingsdüfte ziehen leise,

in den Lüften ihre Kreise.

Sonne die in Pracht geschienen,

versank schon hinter Wolkendünen.

Blutes roter Hauch verschwand,

in des Himmels weitem Band.

Ruhe ist nun Schlafes Meister,

tränkt die müden Seelengeister.

Alle schlafen sie nun sacht,

in der Schwärze dieser Nacht.

Still durchwebt vom sanftenSchein

der Himmelskinder Licht allein.

Sternenfunkel Silberglanz,

Mondesschleier leiser Tanz.

Bevor die Welt in Licht erwacht,

genieße Still nun diese Nacht.

Schattenwald

Nebelhauch auf fließend Wasser

 Stetig das Gestein hinab

Schatten tauchen hier und dort

In das Strauchwerk ringsum ab

Lauf des Bächleins tief im Wald

Nimmt die Schatten mit sich fort

Trägt sie durch das raue Dickicht

An einen sagenhaften Ort

Stille ist hier allumfassend

Außer Plätschern nichts zu hören

Nichts könnt diesen großen Frieden

Tief in diesem Walde stören

Nur die Schatten sind hier Meister

König und regieren hier

Legen sich auf Stein und Laub

Bäume und das wild Getier

Wehe dem der sich verirrte

In diese Welt aus Schein und Trug

Wüsste er nicht ein noch aus

Aus diesem ganzen Schatten Spuk

Denn der Geist vermag die Schatten

Nicht zu nehmen wie sie sind

Sind Sie doch nur Lichtes Bruder

Und der Sonne dunkles Kind

Doch die Welt sie dreht sich weiter

Und die Schatten leben fort

Gut versteckt an diesem finstren

Weit entfernten Schattenort