Eine Waldelfe namens Orlanda

Tief im Wald, an einem verzauberten See steht eine uralte knorrige Weide. Seit hunderten von Jahren steht sie dort und lässt ihre langen, schweren Zweige hinab hängen in das kristallklare Wasser dieses magischen Sees. Und in der Weide versteckt lebt eine kleine Waldelfe namens Orlanda. Sie ist eine der letzten vom vergessenen Elfenvolk. Waldgeister, die schon immer da waren, von Anbeginn, als die Welt noch jung war, als die Flüsse noch klar, die Wälder unendlich und Wiesen, Täler und Berge weit und majestätisch waren. In dieser alten und freien Welt, voller Zauberer, Magier, Hexen, Riesen und verwunschenen Wesen lebten die Elfen in Frieden und verbreiteten Liebe und Güte. Ihr Zauber lag über jeder Blume, jedem Blatt und jedem Stein. Sie halfen den Pflanzen wachsen und ihre Elfentränen konnten Wunden heilen. Doch eines Tages kam Unheil über die Welt. Der Mensch erhob sich über alles Leben und machte die Pflanzen, Tiere und Mutter Erde zu Sklaven seiner Gier. In seinem Streben nach Macht metzelte der Mensch alles nieder und zerstörte das zarte Gleichgewicht der Kräfte der Natur. Die Elfen starben mit den Lebewesen die sie umsorgten. Sie starben an gebrochenen Herzen und Verzweiflung über die Zerstörung, denn alle Tränen reichten nicht aus, um das Leid zu heilen. Nur einige konnten sich in die wenigen noch übrigen Zauberwälder retten. Sie bannten diese letzten Regionen der alten Welt mit Magie und schützten sie fortan vor der Welt außerhalb. In der Welt der Menschen gerieten die Elfen in Vergessenheit. Die Erwachsenen verloren ihre Fähigkeit an sie zu glauben und so war niemand da, der den Kindern von ihnen erzählen konnte. Nur einige wenige, die den Glanz der alten Tage noch im Herzen spürten, erzählten Geschichten von den Elfen und schufen eine Märchenwelt, in der sie weiterleben konnten. Und solange es Kinder gibt, die an Elfen glauben, leben sie weiter, im Verborgenen, an diesen magischen Orten.